Deutsche Übersetzung: Dr. Salvatore Saputo, April 2017

 

 

CH'È PERSU (HER IST VERLOREN)

Text: * Salvatore Meccio / ** Traditionell

Musik: Salvatore Meccio, Massimo Laguardia, Nicolò Terrasi, Luca Lo Bianco

Arrangements: Tammorra

Die Suche nach einer Liebe kann man auf viele Arten führen. Cola tut es auf eine poetische Art und Weise, zwischen einem Glas Wein und dem Reden in den Kneipen. Aber am Ende findet er sich nach wie vor am Morgen allein in seinem Bett wieder! Ein traditionelles Liebesgedicht (**) wechselt sich in diesem Lied mit neuen Versen von Salvatore Meccio ab (*). Der Text erzählt, was ein Mann (Cola) zu sein wünscht, um seine Angebetete zu erobern. Trotz aller seiner Versuche, muss Cola am Ende der Geschichte allein ins Bett gehen! 

 

**Ich möchte gerne der Stein der Stufen sein, auf dem du

tagsüber Rast machst.

Wenn ich doch ein Laubzweig eines Liebesbaumes wäre,

würde ich dich vor der Sonne schützen.

Wenn ich ein Stern wäre, wäre ich Mond und Sonne

und an deiner Brust würde ich mich ausruhen!

Wenn ich ein tausendfarbiger Vogel wäre,

würde ich mich auf deinem Kopf niederlassen und singen!

*Er ist verloren, Cola ist verloren, er muss von allen guten Geistern verlassen sein

Er ist hinter einem Mädchen her, er lässt sich ganz von seinem Blut, von seiner Leidenschaft treiben.

Er lacht ihr zu und er redet auf sie ein, als wäre er ein Professor.

Er erzählt ihr von der Liebe während er sich an seinem Glas Wein festhält.

Er ist klug, Cola ist klug.

Er beackert den Boden, er macht ihr den Hof, um sie zu eroben

Und in seinem Acker pflanzt er ein kleines Stück

vom Mond und begiesst es mit Wein.

Er streichelt sie und flicht um ihr Herz

Einen Blumenkranz aus tausend Farben.

 

(Chor: Wackel mit dem Bauch, schwing die Füsse, schüttel den Kopf, leere das Glas!)

Wie naiv ist er ! Cola ist sehr naiv!      

Das Mädchen kennt das Spiel und führt ihn an der Leine.

Sie gibt ihm einen Kuss nur,

um mit ihm zu spielen!

Sie gibt ihm ihr Gärtchen im Rausch des Weines.

Er hackt und hackt, und erschöpft legt er sich morgen allein ins Bett hin. 

DIAVULI E SANTI (TEUFEL UND HEILIGE)

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Vittorio Catalano, Giampaolo Terranova

Arrangements: Tammorra

Wir sind Zeugen auf der Erde des ewigen Kampfes zwischen Gutem und Bösem. Manchmal machen wir auch mit. Wir müssen nur entscheiden, auf welcher Seite wir stehen wollen. Auf jeden Fall, man kann nicht stumpf wie Zugochsen auf einem Feld alles beobachten!

 

Kommt, kommt

Kommt alle her zu sehen

Hier streiten sich Heilige und Teufel

 

Frieden und Krieg Spielen sie als 'Morra'1 

 

Möchtest du das Joch tragen oder nicht?

Willst du noch weiter deinen Karren ziehen und dich um deinen eigenen Kram kümmern?

 

Gute Zeiten und schlechte Zeiten

Bestimmen die Gedanken

 

Denken oder nicht denken

Ach, Gehirn, lass mich doch in Ruhe!

 

Leben oder Tod

Wer siegt, der lädt dich ein

Mit der neuen Geliebten spazieren zu gehen.

 

1 Altes Glückspiel mit zwei Spielern.

 

 

GIUVANNI 

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Vittorio Catalano, Luca Lo Bianco

Arrangements: Tammorra

Giovanni hat entschieden ein Leben zu führen, das außerhalb der von der Gesellschaft auferlegten sozialen Schemata steht. Egal aus welchem Grund er es tut, er ist ein freier Mensch, der trotz des Scheins, Respekt für die Mut seiner Entscheidung verdient!

    

Giovanni hat sich wie ein Narr gekleidet

Er hat ein kleines Radio gefunden

Und ständig lauscht er den Tönen, die aus ihm hervorquellen

 

Er streift durch die Strassen

Und lacht alle an

Auch die Passanten, die traurig schauen

 

Er zählt die Fliegen in der Luft

Aber wenn er stehen bleibt, dann plappert und tratscht er

Er sagt, dass er allein wie ein herrenloser Hund sei

Aber ein Hund ist er nicht, weil er spricht

 

Mein Gott ! Wie viele Menschen!

Was für ein Durcheinander!

Er hat in die Hose gepisst! Man kann ihn gar nicht hinschauen!

Was gibt’s denn da zu lachen?

Lass ihn Ruhe!

Siehst du nicht, dass er ein freier Mensch ist?

Er kann sich das erlauben.

 

VECCHIASTRINA 

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio

Arrangements: Tammorra    

Die Kinder in Italien warten mit Aufregung und etwas Unruhe auf die Ankunft der „Befana“. Am Vorabend ihrer Erscheinung, am 6. Januar, fallen sie schlafend, in ihrem Inneren zerrissen zwischen dem Wunsch, Gaben zu empfangen, und der Furcht Kohle nach ihrem Erwachen zu finden.

Ich fliege rittlings auf einem Besen
In der Dunkelheit der Nacht, komme ich in die Häuser rein

Ich bin alt und höre nicht
auf die Gebete der falschen Menschen
Ich höre nur die Stimme der Kinder
Aber, wenn jemand nicht ehrlich ist,
bekommt er von mir nur Stroh und Kohle

Gute, schöne Hexe, die aus der Ferne kommst,
bringe uns viele Spielzeuge, sodass wir spielen können
Bringe uns Puppen, Kreisel und Hüte,
Schwerter und Spielzeugpistolen, Motorräder und Spielautos
Bringe uns Bleistifte, Papier und Pinsel,
sodass wir mit den Farben malen können und wir die Freude nicht verlieren

«Jetzt gehe schlafen,
sonst, wenn du nicht schläfst, wird die „Befana“ nicht kommen
Ich singe für dich  ein Schlaflied und du kannst sie in deinen Träumen rufen»
Sie hört nur die Stimme der Kinder.
Aber, wenn jemand nicht ehrlich ist,
bekommt er von mir nur Stroh und Kohle

ARIA DILICATA (ZARTE BREISE)

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Vittorio Catalano, Massimo Laguardia

Arrangements: Tammorra

Im unaufhaltsamen Fluss des Lebens, bleiben einige Gefühle stark und solide, wie die Liebe, die Verwurzelung an der Heimat und die Erfahrungen, die man direkt als Person gesammelt hat. All dies führt mich heute noch die Schönheit der Natur zu beobachten, und sie als einzigartiger sensorischer Bezug unserer irdischen Reise zu betrachten.


Mein Leben fließt wie ein Fluss
Es senkt sich schnell zwischen den Steinen, ohne zu stoppen
Und du, die mich begleitest, zarte Brise
Du streichelst mich mit der Liebe, die nur du geben kannst,
Und erwächst am Gewässerboden meine schlafende Sinne

Wie der Baum, meine Seele schwingt
Sie geht wie verloren zu dem immensen Himmel
Und ihr, kräftige Wurzeln, die mich
wie ein Nagel in den Boden geheftet haltet,
Gibt Lymphe der Liebe, die ich empfinde
Für diese gemarterte Welt.

Und ich erkenne den Geschmack des salzigen Meeres
Ich bewundere die Lichter des Sternenhimmels
Ich mag die Weizenfelder zu berühren
Und in der tiefsten
Die duftenden Kräuter, die uns die Natur gibt, zu atmen

Meine Hände sprechen wie ein Buch
Man sieht alles, was sie berührt haben
Und meine Haut, tot und neu geboren,
Tausendmal immer und immer stärker geworden
Lässt mir die Sonne und Wind fühlen
Und zittern vor Freude aus.

 

 

L'ACCHIANATA (DER AUFSTIEG)

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Vittorio Catalano, Luca Lo Bianco, Nicolò Terrasi, Massimo Laguardia 

Arrangements: Tammorra

Dieses Lied ist eine ironische Metapher über den Sinn des Lebens. Sie spricht über die bigotte Verherung, die die Opferung lobpreiset. Am Ende des Liedes versteht Turi (die Hauptperson der Verse), dass um seine Existenz verbessern zu können, ist es besser, zu geben und sich zu freuen statt zu beten und zu leiden.


Puh! .... Es ist Mittag!
Wie heiß es ist!
Was soll ich tun?
Muss ich dieses Jahr
Auf beiden Füßen oder auf den Knien hinaufsteigen?
Auf den Knien ist vielleicht am besten!
Eh ! Und wenn ich da oben bin,
und nichts passiert?
Doch ich muss es versuchen!
Naja, gut ! Im schlimmsten Fall ... Kehre ich wieder um!

Einsam, allein sieg ich hinauf
Auf den Monte Pellegrino
Barfuß und kniend
Fast atemlos unter der Sonne,
Mit heraushängender Zunge
Und im Schweiß getränkt.

Meine Großmutter hatte es mir gesagt:
„Wenn du während des Aufstiegs (der Pilgerschaft, A. d. Ü.) leidest,
Dann wird sie (die Heilige Rosalia, A. d. Ü.) alle deine Wünsche erfüllen.
Sie ist gut und barmherzig ...
Aber die Escalade, müsst du bis zum Ende machen! "

Nehme deinen Mut zusammen Turi und dein Leben wird sich verändern
Wenn du willst, dass es sich ändert, sei mutig,
Es gibt keinen Schweiß und keinen Schmerz,
die für diese Gefälligkeiten reichen.

Als ich ankam, halbtot
und in der Höhle mich hinlegte,
hatte ich nicht einmal die Kraft, den Mund zu öffnen
Dann sagte mir eine Stimme dies:
„Turi, du, der seinen Namen trägst,
Warum trägst du auch sein Kreuz?
Was denkst Du, dass, wenn du deinen Knien
ein Mal jeden fünf Jahren aufschürfst, werde ich deine Probleme lösen?

Steh auf und geh weg
Dies ist nicht die Zeit für Wunder.
Wenn du etwas ändern möchtest, müsst du nicht auf deine Großmutter hören
Nehme lieber dein Motorrad und fahr’ weg, und wenn du wieder hierher gekommen bist, widme mir ein Lied!
Sing’ und sing’ Turi, sodass deine Sorgen verschwinden!"

Ich esse "calia, simenza und babbaluci"
Es ist das Fest meiner Santuzza.
Ich werde das Feuerwerk am Hafen beobachten
Und laut schreien :
«Hurray, hurray Santa Rosalia!
Es lebe meine kleine Heilige!
Hurray, Santa Rosalia!»
 

 

BALLU TUNNU (RUNDER TANZ)

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio

Arrangements: Tammorra

Wir haben die Chance die Musik zum Tanz, der unser Leben ist, zu ändern.

Durch die Einführung neuer Schritte, können wir dies tun: Wir müssen nur den Mut haben, es zu tun. Ich werde nie müde werden, es zu wiederholen! Nur der Tanz wird bleiben, um uns auf dem richtigen Weg zu führen.


Wer  immer sagt, dass es nichts zu tun gibt
ist nicht mutig und setzt sich nicht aufs Spiel

An diesem Ball, der das Leben ist,
Tanzt Leute und die Musik wird sich ändern.
Wenn ihr tanzt,
lasst ihr mich vor Freude schmelzen

Wo steht es geschrieben, dass wir leiden müssen
Ich muss es immer wieder sagen,
bis Ihr Kopf explodiert!

Was für ein Schmerz empfinde ich, wenn du anfängst zu schreien!


Chorus: Halt‘ den Mund bitte, ich will nur tanzen!

 

TU COMU STAI? (WIE GEHT ES DIR?) 

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Vittorio Catalano

Arrangements: Tammorra

Wir gehen zu schnell und nehmen wir uns nicht die Zeit uns miteinander zu fragen: «Wie get es dir?» In dieser Gesellschaft können wir nicht weiter oberflächlich leben und eine vergebliche Existenz treiben. Ich möchte reagieren, auch mit Gewalt, auf diesen Zwang. Aber Gewalt bringt nichts zu Grunde : Man sollte am besten wieder die Kraft finden, um von der Sonne, vom Meer, vom Feuer, von den Sternen und wie man sich miteinander liebt, zu sprechen. Aber die Liebe kann nicht erzählt werden, weil sie aus Liebkosungen, Atem von Herzen und aus Augen voller Lust besteht.


Wie geht es dir? Ich fühle mich allein in der Mitte meiner Probleme.
Wann werden wir ein wenig Zeit finden, um über uns zwei zu reden?
Ich würde dir mit aller meiner Liebe sagen, wie viel Kraft man braucht,
Wenn man von der Erde und dem Meer, der Sonne und den Sternen,
Von dem Feuer und den Funken und wie wir uns lieben sollten sprechen möchte.

Aber die Liebe ist nicht klatschen
Die Liebe, die du mir geben solltest,
ist aus Umarmungen und Herzschläge gemacht,
Es besteht aus Augen, die sich in Erwägung ziehen wollen
Aus Augen, die sich beschauen

Die ganze Nacht war ich wach, um diese Worte zu finden:
„Was denkst du, dass wir sterben müssen, um Leute zu füttern, die es nicht verdient haben?"
Und ich sage es dir mit der ganzen Wut in meinem Herzen : wie viel Kraft braucht man, um zu entscheiden, all Diejenigen, die mich ärgern, nicht zu erwürgen, zu vergiften oder zu töten?!?


Aber die Rache ist nicht vernunftlich
Der Vernunft besteht aus Worten und mürrischen Stimmen
Der ist aus scharfen Augen, die dich durchbohren möchten,
Der ist aus Augen, die dich brennen könnten

Wie geht es dir? Ich fühle mich allein in der Mitte meiner Probleme.
Wann werden wir ein wenig Zeit finden, um über uns zwei zu reden?

 

MANU CU MANU (HÄNDE)

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Vittorio Catalano, Nicolò Terrasi, Luca Lo Bianco 

Arrangement: Tammorra

Die Hände sind das Reflex unserer Aktionen, unseres Daseins. Wenn wir darüber bewusst werden, kann dies uns ermutigen, sie von den mentalen Gefängnissen zu befreien, die wir selbst gebaut haben. Das kann uns helfen, besser in der Gegenwart zu leben. Und Du, was lässt Du deine Hände tun?

 

Schau diese Hand, wie sie sich bewegt:

Wie eine Fledermaus gegen das Licht

 

Seit langen Jahren ist sie gefangen

Nun will sie weglaufen und auf diese Seiten springen

 

Welch unzählig viele Dinge kann sie tun

Seit ich ihr geholfen habe sich zu befreien

 

Jetzt kann sie machen, was sie will

Und Du, was erlaubst Du deinen Händen zu tun?

 

Hand trifft auf Hand, um Musik zu machen

Hand nähert sich Händchen, um zu spielen

Hand trifft auf Hand, wenn man sich streitet

Hand nähert sich Hand, um zu lieben.

 

 

MALA LUNA (BÖSER MOND)

Text: Salvatore Meccio

Musik: Salvatore Meccio, Massimo Laguardia 

Arrangement: Tammorra

 

In diesem Lied wird die Lycanthropie von einem ganz normalen Menschen als eine übernatürliche Kraft aufgerufen, die ihm den Mut geben sollte, um gegen den Missbrauch der Macht in aller ihrer Repräsentationen zu reagieren.
Im Bewusstsein unseres Zustandes der Unterwerfung unter finanziellen Befugnissen und dem kapitalistischen System, „Mala luna“ ist ein Lied des Protests und eine Ermahnung zur Rebellion.



Heiliger Vito, Schutzheilige der Hunde, tröstet mich morgen,
Denn es wird ein Vollmond sein und das Böse brecht los.
Meine Spannung steigt und die Nerven sind aufgeregt.

Ich verbringe die Tage meines Lebens beim arbeiten und beten.
Still und fügsam wie ein Hund.
Ich senke den Kopf vor diejenigen, die mich regieren.
Ich spreche wenig und trinke viel und jeden Tag gibt es Probleme.

Aber wenn ich höre, die Wölfe, die heulen,
muss ich meinem Wahnsinn freien Lauf geben!
Das Blut rauscht zu meinem Kopf und ich feiere.
Ich schaue zu dem Himmel.

Heiliger Vito, Schutzheilige der Hunde, binde meine Hände
Halte meine Füße ! Der Mond ist groß hoch am Himmel.
Decke meine Augen, bedecke mich mit einem Schleier.

Die Wölfe der Regierung haben die Hölle erstellt.
Der Wolf des Staates ist verehrter als er ein Sankt wäre.
Der Wolf der Kirche frisst, mästet und lässt sich nicht wiegen.
Und er sagt auch die Messe für die Ohren der Idioten!

Die Wölfe in den Krankenhäusern sind tierischer als die Tiere selbst.
Und man erwartet behandelt zu werden, wenn der Grab bereits ausgehoben ist!
Dann gibt es noch den Wolf der Wölfe, der uns wie Puppen manövriert.

Wenn er dich mit seinen Händen fängt, kommst du auch in den Topf!

Heiliger Vito, mein Herz, spreche bitte du mit Gott,
denn morgen kann alles schief gehen!
Wenn ich irgendwelchen Mafia-Wolf treffe,
Zuerst erwürgt ich ihn und dann werde ich ihn verzeihen!